Ein … Jahr

geht langsam zu Ende, wir sitzen abends mal wieder unter unserem Cockpitzelt (unter Seglern „Kuchenbude“ genannt), der Wind grummelt in den Wanten, die Masten tanzen und wir genießen die Sicherheit des Hafens. Der Weihnachtsschmuck und die Kerzen spiegeln sich im Hochglanz lackierten Cockpittisch und bei Glühwein kommen Erinnerungen an einen schließlich doch tollen Segelsommer auf, der unter den strengen Corona Auflagen so ganz anders verläuft. Fast drei Monate machen wir das Beste draus und erleben auf den Balearen tatsächlich trotz Hauptsaison endlich mal einsame Buchten. Die meiste Zeit liegen wir vor Ibiza und Formentera, nur ein sich ankündigendes Wetterphänomen mit starken Sturmböen, sintflutartigen Regenfällen, Gewitter und Hagel, hier in Spanien die „Gota Fria“ genannt, zwingt uns zu einer schnellen Flucht ans spanische Festland. So ankern wir nach einer Nachtfahrt vor Calpe. Laut Wetterberichten soll diese Ecke vom Unwetter verschont bleiben und tatsächlich liegen wir hier hinter dem riesigen Felsen von Calpe geschützt und lesen bald die Berichte im Internet von heftigen Unwettern über den Balearen. Doch es zieht uns wieder zurück auf die Balearen und diesmal segeln wir tagsüber rüber nach Formentera, wo der Anker spätabends vor dem berühmten Postkarten Strand Espalmador fällt. Der erste Blick morgens ins Wasser und rüber zum Strand ist unfassbar, 28 Tonnen SOLUNA scheinen im Wasser zu schweben und auf fünf Meter Tiefe sind die kleinsten Muscheln und Fische am Grund zu sehen. Der Karibik Vergleich in den Reiseführern ist nicht übertrieben. Normalerweise liegen hier in der Hauptsaison hunderte von Yachten, ankern wird dann zum Nervenstress. So genießen wir die Corona bedingte Ruhe um uns herum und fahren in den nächsten zwei Wochen mit unserer „Minisoluna“ des Öfteren in den Inselhafen La Savina. Einen Tag lang knattern wir mit einer Vespa 125 über die Insel und genießen Fahrtwind und atemberaubende Ausblicke. Die Wochen vergehen und so segeln wir über Ibiza nach Mallorca, wo wir uns für fast drei Wochen eine bezahlbare Festmacherboje im Hafenbecken von Porto Pedro leisten. Hier verlieben wir uns nun völlig in den kleinen Fischerort, der seine Ursprünglichkeit weitestgehend bewahren konnte. Unser abendlicher Spaziergang zum Leuchtturm Punta de sa Torre wird schon fast zum Ritual…

Der Segelsommer neigt sich dem Ende, unsere Boje wird für die Winterzeit abgebaut und so beschließen auch wir die Heimfahrt nach Port Ginesta, wo wir für dieses Corona Jahr unseren festen Liegeplatz haben. Es wird diesmal eine ruhige Überfahrt und die ersten 7 Stunden ziehen uns 169 m2 Parasailor gen Norden.

1111,1 Stunden zeigt unser Stundenzähler am Motor an, als wir nach 24 Stunden Überfahrt im Hafen die Maschine abstellen. Welch Zufall – da müssen wir beide doch grinsen!

Wir werden Weihnachten und Silvester zu zweit hier in Spanien an Bord verbringen. Susanne nutzt die vorweihnachtliche Zeit und macht aus drei Monaten ein 17 Minuten Erlebnis…

Statt Feuerwerk und Raketen werden pünktlich um Mitternacht die Schiffssirenen heulen und somit endlich dieses… Jahr beenden… (die Punkte darf jeder auf seine Art ersetzen)

Wir beide wünschen unseren treuen Lesern und Unterstützern eine schöne Weihnachtszeit und einen guten Rutsch in ein glückliches und vor allem gesundes neues
2021

6 Antworten auf “Ein … Jahr”

  1. Liebe Grüße aus dem kalten verregneten Friesoythe ! Bleibt gesund und munter! Einen Guten Start ins hoffentlich bessere 2021 ! Vielleicht klappt es mal mit einem Treffen! LG 🙋‍♂️✌🏽😘🍸🍺

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  2. Die Geschenke liegen unter dem Baum, unser Sohn ist eingeflogen und unser Schiff wartet unter der Winterplane auf die nächste Saison. Habt frohe Weihnachten an Bord und bleibt gesund. Lieben Gruß aus Berlin von Claudia und Klaus

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  3. Liebe Solunas,
    Ich wünsche Euch Frohe Weihnachten und ein Corona freies Jahr 2021, sodass wir uns nach freiem Belieben Treffen können!
    Ich freue mich auf Eure neuen Beitrage!
    Harald und Belén

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  4. Frohes und gesundes Neues Jahr wünschen wir euch. Wir sind nach einem Weihnachtsbersuch wieder zurück in Shanghai, um unser 2. Jahr hier zu verbringen. Doch zuvor müssen wir erst die Quarantäne bewältigen. Bleibt gesund und hoffentlich schöne Impressionen in 2021. Astrid & Ralf

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