SOLUNA auf „Isolotto“ Suche…

Morgens um 6:30 fällt die Entscheidung – wir ändern mal wieder unseren Plan, denn nach den Informationen sämtlicher Wetterberichte steht fest, dass dieses Mal das Festland den besten Schutz bietet. Unser neues „Küstenhandbuch Italien“ hat die Idee und so nehmen wir Kurs auf Vibo Valentina. Am frühen Morgen klingelt bei der Hafenmeisterin von Vibo Marina das Telefon, die uns schlaftrunken einen Liegeplatz zusichert. Beim Anlegen am Marinaponton bricht jegliche Verständigung zusammen. Wir haben das große „Glück“ genau zwischen zwei Schiffen mit Bordhunden zu liegen. Knurrender italienischer Kampfhund gegen gutmütigen deutschen Mischling. Das Aufklaren an Deck wird zur Mutprobe.

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Der Hafen wird zwar als Industrie- und Fischereihafen beschrieben, schnell erleben wir jedoch unter der Führung von Raimund, einem deutschen Stegnachbarn, eine italienische Kleinstadt mit ganz eigenem Charme. 1kg frischer Schwertfisch, in einer Auktionshalle für 20 Euro gekauft, wird trotz drohender Eiweißvergiftung in einer Mahlzeit gegessen. Fisch satt, darauf mussten wir lange warten!

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Martins 3. Geburtstag auf SOLUNA beginnt im Bahnhofsgebäude von Vibo. Dort löst er sein erstes Geburtstagsgeschenk von Raimund ein, der uns schmunzelnd die Zugtickets nach Tropea und zurück schenkt.

Tropea ist bekannt für seine auf einem Felsen gelegene Altstadt mit pastellfarbenen Häusern, den langen Sandstränden und für die rote Tropea Zwiebel.

Der Abend endet in einem ganz einfachen, nur von Italienern besuchten Fischlokal. Wer hätte bei der Einfahrt in den riesigen Industriehafen gedacht, dass wir nach einer Woche schweren Herzens die Leinen lösen….

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In den nächsten Wochen werden wir viele herrliche Inseln vor der italienischen Küste bis Elba hoch kennenlernen – Namen, die man teilweise vorher noch nie gehört hatte. Der Wettergott wird uns in den nächsten Wochen einen Mix aus Sturm, leichten Segelwinden und sogar auch einem sintflutartigen Regenguss bescheren.

Der Mistral gibt uns 5 Wochen Schonfrist und die strahlende Sonne füttert täglich im Überfluss unsere Batterien.

Nach Verlassen von Vibo segeln wir in drei Zwischenstopps am Festland Richtung Capri. Endlich kommt im Fernglas die einzigartige Kulisse in Sicht, gleichzeitig aber auch die Erkenntnis, dass unser geplanter Ankerplatz in der begehrtesten Bucht Capris heiß umkämpft sein wird. Je näher wir kommen, umso dichter wirkt das Ankerfeld. Alle wollen direkt neben den drei nadelförmigen Felsen, dem meist fotografierten Motiv der Insel, ankern. Mutig steuern wir durch das Gedränge der Yachten und plötzlich, kaum zu glauben, geht eine englische Superyacht Anker auf. Welch Zufall, in bester Lage ankern wir nun vor der Insel. Am gleichen Abend noch lassen wir das Dingi zu Wasser, gehen an Land und stapfen den alten Eselsweg hinauf nach Capri Stadt. Echtes Hochgefühl kommt auf, als tatsächlich die „rote Sonne bei Capri im Meer versinkt“.

Die nächsten zwei Tage ist die See ruhig, der Anker hält gut und so genießen wir Landausflüge im Überlandbus und wandern durch üppige und sehr vielseitige Vegetation. Den Monte Solara (589 m) „bezwingen“ wir per Seilbahn. Statt über Schnee wie beim Etna, schweben wir nun lautlos im Einzelsitz über duftende Zitronenbäume, Kleingärten mit mediterranem Gemüseanbau, über Olivenbäume und Weinberge – ein Genuss für die Sinne. Oben angekommen fehlen einem buchstäblich die Worte. Der Blick reicht über die gesamte Inselwelt im Golf von Neapel bis hin zur bedrohlich wirkenden Kulisse des Vesuvs.

Neben der Casa Rossa beeindruckt die Villa Michele des schwedischen Armen- und Prominentenarztes Axel Munthe, die auf einer spektakulären Felsterrasse liegt und atemberaubende Ausblicke bietet. Aus dem Internet runtergeladen liest Susanne seine Lebenserinnerungen DAS BUCH VON SAN MICHELE und verliebt sich dadurch noch mehr in die Insel.

Mit dem Dingi fahren wir zum ersten Mal mit etwas mulmigem Gefühl in eine Felsgrotte mit tatsächlich türkisfarbenem Wasser und von dort durch den weltbekannten Bogen der drei nadelförmigen Felsen der Isole Faraglioni.

Freitag Mittag – La dolce Vita der Italiener beginnt und eine Flut kleiner Badeboote ergisst sich über die Bucht, wir flüchten…

Ein neuer Film und weitere Bilder in der Bildergalerie.

5 Antworten auf “SOLUNA auf „Isolotto“ Suche…”

  1. Liebe Susanne, ein wunderbarer Bericht mit tollen Bildern. Danke dafür – man reist sozusagen mit👏, weiterhin gute Reise , ganz liebe Grüße Petra🙏😘

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    1. Hallo Petra,
      danke für das Lob. Wir hatten länger nicht geschrieben, da wir von den vielen Eindrücken so überwältigt waren und diese erstmal verarbeiten mussten. Die Inseln im Tyrrhenischen Meer vor der italienischen Küste sind so sagenhaft schön. Der nächste Beitrag darüber ist schon in Arbeit.
      Liebe Grüße,
      Susanne

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  2. Tolle Wasserfarben , die Ihr da immer wieder einfangt!Einfach herrlich und im Geiste wanderte ich schon vor vielen Jahren auf den Spuren von Axel Munthe….
    Unsere Bootsfahrten beschränken sich aktuell auf den Mondsee und Klettertouren mit Blick auf den Attersee und Wolfgangsee.
    LG🇦🇹
    Sebastian

    Gefällt 1 Person

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