Schwimmendes Landleben

… 05.30 Uhr – der Hahn kräht und weckt die „internationale Dorfgemeinschaft“. Frühstück im Cockpit, Arbeitsplanbesprechung, Einkaufen, Kochen, soziale Kontakte aufbauen, abendliche Treffen mit sehr unterschiedlichen Menschen – ein scheinbar normales Leben im „Marina Dorf“ beginnt… SOLUNA bekommt neue Nachbarn aus Norwegen, Österreich, Holland, Schweiz, Frankreich, Spanien, Deutschland und Italien. Kein Schiff gleicht dem anderen – es herrscht „Artenvielfalt“, das Handy wird zur „Dorftrommel“…

Das Auto direkt am Bugkorb, diesen Luxus gönnen wir uns auch diesen Winter und so kommt der leidgeprüfte Lastesel mit dem passenden Namen „Berlin-go“ nach Monaten des Stillstands wieder zum Einsatz. Wir fliegen nach Berlin und starten nach zehn Tagen Großstadtleben auf die 2300 km lange Reise zur größten Insel im Mittelmeer. Im Kofferraum liegen neben neuen Anschaffungen fürs Schiff unsere beiden Skiausrüstungen, die hoffentlich bald hoch auf dem Ätna angeschnallt werden!

Lautes Lachen von Susanne unterbricht die nächtliche Dauerfahrt durch Tunnel und über Brücken – wir sind wieder hellwach. Auf der Suche nach einem nächtlichen Stopp liest sie folgende durch Googleübersetztung entartete Beschreibung eines Agritourismo- Bauernhofes vor:

Kinder

Dorthin lockt uns die Neugier und so fahren wir in dunkler Nacht auf den Hof und poltern gegen verschlossene Türen. Der Erstkontakt mit der „Hotelleitung“ erfolgt durch einen großen schwarzen Hund, der gut in die rabenschwarze Nacht passt. „Geschlossen – Winterzeit“ sind die freundlichen Worte eines älteren Italieners, der sich nach unseren entsetzten und mitleidserregenden Blicken doch erweichen lässt und uns eine urige Kammer mit echtem Bad aufschließt und dabei murmelt, er mache uns noch etwas zum Essen. Den Charme des Restaurants mit hochgestellten Stühlen kann man im Bild erahnen. Verständigung auch mit Spanisch unmöglich und so nicken wir einfach nur noch – Ergebnis – ein leckeres Essen mit 2.5 Litern Rotwein aus eigenem Anbau. Der Blick aus dem Fenster am nächsten Morgen wirkt auf uns wie ein Gemälde in der Toskana.

Die Reise geht über die traumhafte Amalfiküste auf abenteuerlichen Serpentinenstraßen gen Süden….

Nach zwei weiteren Zwischenstopps sehen wir in der Ferne die Straße von Messina, diesmal aus anderer Perspektive. Die Überfahrt mit der Fähre dauert ca. 30 Minuten und wir sind wieder auf der Zitroneninsel angekommen.

Erste Wanderungen im Naturpark“ Nebrodi“, dem größten auf Sizilien, der gleich hinter unserer Marina beginnt, lassen mit herrlichen Fernsichten auf den Ätna, die Liparischen Inseln und das weite blaue Meer erahnen, wie vielseitig Sizilien ist.

Die Tage in unserer neuen Wahlheimat vergehen schnell, es stürmt, es regnet und wenn die Sonne scheint werden wir mit Temperaturen von 20 Grad belohnt. Der Tannenbaum im Hafen und eine selbstgebaute schwimmende Krippe läuten die Adventszeit ein und so schmücken wir unsere SOLUNA mit einfachen Mitteln weihnachtlich – unsere zweite Adventszeit auf unserem Schiff. Es wird hier schon sehr früh dunkel und so strömt des Öfteren der Geruch von deutschem Glühwein aus der Kajüte.

Über Weihnachten werden wir kurz nachhause zu unseren Familien fliegen und den Jahreswechsel wieder hier im Süden feiern.

Ein herrliches Jahr geht zu Ende – wir haben viel gesehen, erlebt und gelernt. Fast 40.000 tausend Klicks auf unserer Homepage aus allen Teilen der Erde  haben uns begleitet und viele Zuschriften ermuntern uns auch im kommenden Jahr unsere neuen Abenteuer im Seenomadenleben  unseren Lesern zu berichten.

Wir beide wünschen unseren treuen Lesern und Unterstützern eine schöne Weihnachtszeit und einen guten Rutsch in ein glückliches und vor allem gesundes neues
2019

5 Antworten auf “Schwimmendes Landleben”

  1. Liebe Susanne, lieber Martin (unbekannterweise),
    vielen Dank für den schönen Abschlussblog in diesem Jahr. Wir wünschen Euch auch ein ganz schönes Weihnachtsfest bei Euren Familien, die sich bestimmt über Zitronen, Limoncello, Olivenöl und all die wunderbaren kulinarischen Köstlichkeiten freuen können, die Ihr aus Eurer derzeitigen Wahlheimat mitbringt. Ich werde nie vergessen, wie mir die Augen übergegangen sind, bei meinem ersten Besuch auf einem Gemüsemarkt in Palermo. Ich hingegen freue mich schon auf Eure Einträge im kommenden Jahr. Bleibt gesund und genießt das Leben…..aber das muss Euch glaub ich keiner sagen. Ich freu mich mit Euch. Geht Ihr eigentlich manchmal schnorcheln? Im Mittelmeer gibt’s ja auch sooooo schöne Nacktschnecken.

    Alles Liebe und bis bald,
    Sibylle

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Sibylle,
      ich bewundere die fanatstischen Fotos von Dir auf Instagram. Es sind kunstvolle, wunderschöne Kreaturen, die Du mit der Unterwasserkamera einfängst.
      Vielleicht klappt es ja mal mit einem Treffen in Deutschland oder einfacher bei uns auf der SOLUNA.

      Gefällt mir

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