Ein Jahr SOLUNA – 5 –

Überraschung im Boiler –

Zehn Stunden am Landstrom und immer noch kein annähernd warmes Wasser, das macht auch einen Laien stutzig. Legionelleninfektion durch lange stehendes lauwarmes Wasser – dieses Horrorszenario beginnt sich beim Duschen in unseren Köpfen festzusetzen und so ertappt man sich dabei, dann lieber eiskalt zu duschen. Doch das kann es ja wohl nicht sein!!!  So erfolgt der gezielte Angriff. Die Waffen werden vorbereitet und die Taktik besprochen. In kurzer Zeit verwandelt sich unser Salontisch in ein sprichwörtliches „Schlachtfeld“. Der 75 Liter Boiler (ein Ungetüm unter der Koje in der Olgakammer) wird ausgebaut und zu unserer Salonwerkstatt um die Ecken gewuchtet. Mit gemischten Gefühlen öffnen wir die „Eingangstür“. Was wir sehen, lässt uns erschaudern. Der Heizstab ist total verkalkt, das war zu erwarten.

Im Scheinwerferkegel einer Taschenlampe sehen wir jedoch tief innen in der „Isotherm Höhle“ sehr Erstaunliches….. abgeschnittene Kabelbinderreste in großer Anzahl. Wie kann so etwas da hineingelangen??? Schnell vermuten wir Sabotage eines frustrierten Fließbandarbeiters. Doch ein Telefonat mit einem freundlichen Bremer Großhändler für Isotherm bringt die Aufklärung: Wir haben ein Modell geöffnet, in welches noch Kabelbinder zur inneren Fixierung der Heizschlangen aus Kunststoff eingearbeitet wurden. Heutzutage werden dazu Nirokabelbinder eingesetzt. Unser Boiler wurde 2011 in Holland im Zuge eines großen Refits eingebaut und so war jegliche Gewährleistung erloschen. Augen zu und durch, wir wollen diese merkwürdige Konstruktion von Bord haben. Dieser Entschluss wird durch ein 50:50 Angebot aus Bremen erleichtert.

Drei Wochen später geht ein neuer 75 Liter Boiler am Spinnakerfall durch die Lüfte an Bord. Auch er landet auf dem Salontisch und nun macht sich Susanne als Bordingenieurin über ihn her und schafft es tatsächlich die diversen Leitungen, Kabel und Dichtungen richtig anzuschließen und dies trotz teilweise nervender kritischer Bemerkungen ihres Assistenten.

Dann geht alles ganz schnell. Wir schaffen es, allerdings nur mit einigen Flüchen, das Monster wieder an seinem Bestimmungsort zu installieren. Bange Minuten nach Einschalten der Sicherung müssen wir überstehen, doch dann macht sich vorsichtiger Optimismus breit – Operation Isotherm ist gelungen. Nach nur vier Stunden verbrennen wir uns überglücklich zum ersten Mal fast die Finger und aus den Warmwasserleitungen fliehen potentielle „Bronchialpeiniger“.

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